Futtertierzuchten

Hyalella azteca, Mexikanischer Bachflohkrebs

Kleine Garnelenart, die unserem einheimischen Bachflohkrebs recht ähnlich sieht. Größe bis ca 8 mm. Ich habe meine Tiere von Bernd Posseckert bekommen, er bezeichnet die hyalella als mexikanische Kampfkrebse, weil sie mittlerweile in jedem Becken bei ihm leben, in dem er sie einmal gefüttert hat. Ich halte die Kampfkrebschen in 2 Becken 25 x 20 x 20, mit Korallenbruch als Bodengrund, Javamoos, Najas und Wasserlinsen. Die Temperatur schwankt zwischen 22 und 26 Grad (ungeheiztes Becken in meinem geheizten Zuchthaus. Beleuchtet werden 8 Becken gemeinsam mit 2 x 18 Watt. Für eine gut laufende Zucht braucht man hartes Wasser. Ich habe lange versucht, sie in meinem Leitunswasser zu ziehen, das gelang auch, aber sehr unproduktiv, keinesfalls als Futterzucht zu bezeichnen. Seit ich das Wasser in den kleinen Becken mit Aufhärtesalz auf ca 25 GH und 1200 µS gebracht habe, den Filter ausgetauscht habe gegen eine ganz schwache grobe Durchlüftung (ca 60 Blasen pro Minute) und fast kein Wasser mehr wechsle (ca alle 3 Monate 1 Liter), sonst nur verdunstetes Wasser auffülle läuft die Nachzucht hervorragend. Zusätzlich bekam ich den guten Tip Kaninchenfutter zu füttern, diese Preßwürstchen. Das ist jetzt Schwerpunkt der Nahrung neben Gurkenscheiben und Löwenzahnblättern. Also auch wenns schwerfällt, erst mal das Wasser vergammeln lassen, wenns so braun/grün ist, dann läuft die Nachzucht optimal.

 

Moina macropoda, Japanischer Wasserfloh

Sehen aus wie kleine Wasserflöhe. Größe bis 1 mm Durchmesser. Auch diese kleinen Krebschen halte ich in zwei 10 l Aquarien. Die Temperatur liegt hier bei 24-27 Grad, da sie etwas näher an der Heizung stehen. Ansonsten gehe ich so vor wie unten beschrieben.

Allg. Zuchtbedingungen: (Quelle Arbeitskreis Lebendfutter Schwaben, das Original wurde gepostet von Bernd Malkusch in den Mailinglisten Gerfi und Wirbellose)

Behälter: Eimer von 5 - 10 l (max. 20 l) sind vorteilhaft, Glasgefäße eignen sich nicht so gut. 2-3 Behälter parallel sind, wie bei jeder Lebendfutterzucht, als "Versicherung" anzuraten.

Licht:Leuchtstofflampe, Tageslicht Kleine Behälter nicht vor vollbesonnte Fenster stellen, vor allem nicht im Sommer, da sich sonst das Wasser zu stark erwärmt. Künstliche Mit-Beleuchtung ist ausreichend, wenn der Eimer vor ein beleuchtetes Aquarium gestellt wird.

Temp.:um 25 Grad C Moina vermehren sich bei ca. 25 GC sehr gut. Weniger günstig sind 15 - 18 GC (gebremste Vermehrung) und Temperaturen über 30 GC (Umkippen des Wassers)

Nährstoff: Hefe, Futteralgen, "Preis"-Microplan, Artemia-Aufzuchtfutter, Brennnessel- oder Fadenalgenpulver Vorzugsweise in kleiner Wassermenge aufgeschlämmte Trocken- oder Bäckerhefe, welche vorsichtig dem Zuchtbehälter zugegeben wird, bis eine leichte Trübung eintritt; die Trübung soll / muss (im Gegensatz zu Daphnia) auch nach 1 Tag noch sichtbar bestehen, d.h. die Moina müssen ständig im Futter "stehen". Hefeaufschlämmungen sollten binnen weniger Stunden (am besten am gleichen Tag) verwendet werden. Bei ungekühlter Aufbewahrung verdirbt sie in 1-3 Tagen und bei Zugabe an die Wasserflöhe stirbt die ganze Zucht innerhalb weniger Stunden. Aufschlämmungsbehälter _nicht_ dicht verschließen! Es bilden sich Gärgase, welche den Behälter zum platzen bringen können!

Zuchtbeschreibung: Bei der Zucht des jap. Wasserflohs "Moina macrocopa" gelten grundsätzlich ähnliche Bedingungen wie bei den Daphnia-Arten. Als Futter dient vor allem eine Bäckerhefe-Aufschlämmung, welche tropfenweise dem Zuchtwasser zugefügt wird. Nachfüttern, wenn das Wasser noch nicht ganz klar gefressen ist. Eine permanente, leichte Trübung kommt dem natürlichen Lebensraum dieser Tümpel- bewohner sehr nahe. Die Zucht ist sehr ergiebig, vor allem bei höheren Temperaturen und wenn 2 x am Tag gefüttert wird. Für eine gute Zuchtausbeute ist es notwendig, dass täglich oder mind. 2tägig der Floh-Über- schuss geerntet wird. Bei einem 5 l Eimer-Ansatz kann dies schon nach Tagen, spätestens nach 1 Woche notwendig werden. Ausbeute: je ein bodenbedecktes Artemiasieb. Bei der Moina-Zucht sind 1 - 10 l Behälter bereits ausreichend, wobei v.a. die "Eimer"zucht sehr ergiebig ist. Größere Behälter bergen eher die Gefahr des Wasserumkippens. Keine Zugabe von Filterschlamm oder Schnecken nötig / möglich. Schnecken über- leben die Dauertrübung in aller Regel nicht! Die Zucht läuft optimal, wenn sich die Flöhe die meiste Zeit an der Wasseroberfläche aufhalten und somit ein Sauerstoffdefizit anzeigen. Dieser Sauerstoffmangel ist für eine Massenzucht von Moina aber notwendig. Durch die vielen anfallenden Häutungsrückstände ist ein Neuan- satz nach 14 Tagen, max. 2 Monaten (je nach Fütterungs- intensität) mit abgestandenem Leitungs- oder Aquarienwasser unabdingbar. Meist ist es aber erst angezeigt, bei trüb-bier- brauner Färbung das Wasser neu anzusetzen. Es ist nicht not- wendig, altes Wasser mit zu überführen, jedoch muss gleich vorsichtig angefüttert werden, um den Moina sofort ein trübes Milieu zu schaffen. 2 - 3 Behälter sind als Zucht -mit unterschiedlichen Ansatzzeiten- dringend anzuraten, da es häufig vorkommt, dass eine gut laufende Zucht innerhalb von 1 - 2 Tagen einfach zusammenbricht.

 

Grindalwürmer

Ich benutzte ca 1/2 l ungedüngte Blumenerde als Substrat in kleinen Behältern mit ca 1 Liter Fassungsvermögen.Seit einigen Monaten nehme ich Blumenerde aus Kokosfasern, die gibts es in Preßblocks zu kaufen die dann in Wasser eingelegt werden. Dieses Substrat ist sehr locker, hat hohe Wasserkapazität und wird nicht soo sauer wie torf, der ph liegt um 6,2 bis 6,4. Und gedüngt ist es auch nicht. Habe bisher noch keine Nachteile feststellen können. Gefüttert wird mit mit einer Futtermischung aus 80% grob gemahlenen Haferflocken, 15% Fischfutter (normales Flockenfutter) und 5 % Bierhefeflocken. Wichtig ist das Substrat stets leicht feucht zu halten, allerdings darf auch keine Staunässe entstehen. Kulturen auf Seramis und Schaumstoff werden immer wieder beschrieben, haben bei mir aber nicht gut funktioniert. Nutzen: für alle Jungfische zur gelegentlichen Zufütterung, besonders für junge Corydorasarten.

 

Drosophila, kleine stummelflügige Form

Diese kleine stummelflügige Form ist nicht flugfähig und kann daher recht leicht verfüttert werden. Ich benutze als Nahrung einen Brei der Firma Nekton, der muß nur mit Wasser angerührt und mit ein paar Tropfen Apfelessig versetzt werden, fertig. Enthält keine Konservierungsmittel, auch kein Nipagin. Auf den Brei kommt eine Portion Holzwolle als Klettermöglichkeit. Die Gläser sind ca 6 Wochen in Betrieb bis sie frisch gemacht werden. Ich schneide in den Deckel ein möglichst großes Loch (ca 1 cm Abstand zum Rand), dieses wird dann mit einem zurechtgeschnittenen Stück Filterflies (eigentlich Filterflies für Dunstabzugshauben) wieder zugeklebt. Dadurch ist die Sauerstoffversorgung gewährleistet und keine Fliege kann entwischen. Nutzen: hervorragendes Futter für alle Fische die auf Anflugsnahrung spezialisiert sind.

 

einzellige Grünalgen

Diese Futterkultur habe ich mir zugelegt um die Jungen meiner kleinen Lebendgebärenden zusätzlich zu füttern. Mittlerweile füttere ich auch die Moinakulturen damit. Die Pflege ist einfach: die Algen werden mit Wasser aus den Aquarien aufgefüllt (und durch die Belastung des Wassers gefüttert), es muß nur 1-2 x am Tag umgerührt werden damit die Algen in der Schwebe bleiben. Wenn eine Kultur nicht mehr richtig läuft giese ich vom Überstand ca 1/4 ab in ein neues Glas und fülle das mit Aquarienwasser. Nach ein paar Tagen ist das Wasser wieder komplett grün. Die Kultur muß hell stehen, am besten Tageslicht aber keine direkte Sonne.

 

Essigälchen

Einfach zu vermehrende Würmchen, nicht ganz so einfach zu verfüttern. Halten sich als Dauerkultur ohne irgendwas zu machen (und vermehren sich dabei sogar) in einem Gemisch aus 1/3 Apfelessig und 2/3 Wasser über etliche Monate. Dadurch habe ich immer kleinstes Lebendfutter für plötzlich und unerwartet auftauchende Jungfische. Sind kleiner als Artemia, von der Größe her zwischen Artemia und Pantoffeltierchen. Wenn ich viele brauche gebe ich einfach etwas Zucker in die Gläser, dann vermehren sie sich explosionsartig. Zum Verfüttern siebe ich sie einfach mit einem Zellstofftuch ab, dieses Tuch hänge ich dann in die Jungfischbecken. Das bischen Essig was dann noch dran ist ist problemlos.

 

 

Wer Interesse an Zuchtansätzen hat maile mir, ich kann fast immer Zuchtansätze gegen Unkostenerstattung und Porto abgeben.




zurück: